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Mona Hatoum
Mit einem Text von Konrad Bitterli und Nadia Veronese


Hardcover
16 x 23 cm
120 Seiten
79 Farbabbildungen
Text in Deutsch und Englisch
ISBN 978-3-935567-71-8
35,00 Euro


 

Der Katalog zeigt eine umfassende Übersicht der Werke von Mona Hatoum, die in einer Einzelausstellung am Kunsthaus St.Gallen präsentiert wurden. Er nimmt den Betrachter mit auf einen Ausstellungsrundgang: Von den raumzentrierten, frühen Performances der Künstlerin aus den 1980er-Jahren, über eindrückliche Skulpturen von martialisch wirkenden Haushaltsgegenständen bis hin zu ihren politisch geprägten und einer reduktiven Ästhetik verschriebenen Installationen der heutigen Zeit.

 

PARCOURS
(Auszug aus dem Essay von Konrad Bitterli und Nadia Veronese)


Der Ausstellungsrundgang konfrontiert den Besucher mit Werken, die durchdrungen sind von Verweisen auf die Wirklichkeit jenseits der Kunst. Dennoch führt Mona Hatoum einen überraschend profunden, zuweilen höchst humorvollen Dialog mit der Geschichte der Kunst, ihren Traditionen und Ausformungen, sie erneuert und aktualisiert diese für die Gegenwart. Kunst ist im Grunde ein Dialog mit der Kunstgeschichte und entsteht für jede Generation neu.


Ebenso souverän wie eigenwillig versteht es Hatoum, die überlieferten Formeln aus dem Steinbruch der längst untergegangenen Moderne westlicher Prägung um vielfältigste gesellschaftliche und kulturelle Bezüge zu erweitern. In ihrem Werk offenbaren sich Bruchstellen einer globalisierten Gesellschaft, allerdings nie laut, sondern subtil in präzise Formen gefasst. Die Künstlerin macht sich das metaphorische Potential der Werkstoffe zunutze und lässt die Möglichkeiten archetypischer Bilder und vielschichtiger visueller Metaphern in der Kunst zu. In ihrem Schaffen, in ihrer Wahl der von kunsthistorischen Traditionen und kulturellen Bedeutungen durchdrungenen Gegenstände und deren raffinierten Umdeutungen verbindet sich radikales künstlerisches Denken mit Welthaltigkeit, bestimmt sich Mona Hatoums Werk präzise am Schnittpunkt von zeitgenössischer Plastik, existentieller Chiffre und universeller Metapher.


Die abschließende Installation in diesem Parcours könnte den vertriebenen Palästinenserinnen gewidmet sein: Twelve Windows (2012/13) entstand als Kooperation mit Inaash, einer 1969 gegründeten libanesischen Nichtregierungsorganisation, die palästinensischen Frauen in den Flüchtlingscamps Arbeit bietet. Zwölf je ein Quadratmeter große bestickte Stoffe hängen mit hölzernen Wäscheklammern befestigt in unregelmäßigen Abständen an einem Stahlseil, das quer durch den Seitensaal gespannt ist: „Jedes Fenster stellt mit seinen Motiven, Stichen und Mustern eine zentrale Region Palästinas dar: Oberes und Unteres Galiläa, Jaffa, Ramallah, Bethlehem und Jerusalem, Hebron, den Küstenstreifen von Gaza und Zentralgaza sowie Be’er Scheva in Südpalästina. Einer Tradition folgend, die seit Jahrhunderten von Mutter zu Tochter weitergegeben wird, bieten die Tafeln einen Einblick in das Erbe palästinensischer Kunststickerei, eine der beständigsten und greifbarsten Facetten palästinensischer Kultur.“


Der Titel scheint gleichsam die Fenster zu öffnen und einen Blick auf eine reiche Stickereitradition andernorts zu ermöglichen. Die Installation hingegen ruft den puren Alltag wach, das Bild der Wäscheleinen, welche in südlichen Ländern über die engen Gassen hinweg von einem Haus zum anderen gezogen werden. Im Museum hingegen durchmisst das Stahlseil in Zick-Zack-Bewegungen auf verschiedenen Ebenen den Ausstellungssaal der Länge nach, verbindet die Wände vielfach mit dem Boden und führt wieder über die Diagonale zurück an seinen Ausgangspunkt. Der Raum wird gleichsam in einzelne Sektoren zerstückelt und bleibt dennoch als Ganzes erfahrbar. Es entsteht ein unübersichtliches Koordinatennetz, ein unkoordiniertes Liniengeflecht, durch das man sich erst hindurch bewegen muss, um die „Tafeln“ aus der Nähe zu betrachten. Das sollte man indes sehr vorsichtig tun, will man nicht über den komplex verspannten Draht stolpern. In den Traditionen begehbarer Environments verortet, packt Twelve Windows den Besucher gleichsam physisch und lässt ihn im geschützten Raum des Museums mit formalen Behinderungen wie gedanklichen Barrieren jene kollektive Erfahrung unmittelbar nachempfinden, die den Alltag unzähliger Menschen weltweit prägt. Einmal mehr gelingt es Hatoum mit Twelve Windows, eine im Grunde einfache Metapher für höchst komplexe geopolitische Verhältnisse nicht nur in Palästina zu schaffen und zugleich erinnert sie an ein reiches kulturelles Erbe, das durch die herrschenden Verhältnisse unterzugehen droht. Twelve Windows öffnet so etwas wie ein Fenster auf eine andere Kultur.

 

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In Zusammenarbeit mit Kunstmuseum St.Gallen