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Liz Larner
Text Peter Pakesch


Deutsch / Englisch
Hardcover
28 x 29 cm
54 Seiten
51 Farb- und 1 Sw-Abbildungen
978-3-935567-91-6
45,00 Euro

 

Durch das Buch blättern


 

Die Keramiken der US-amerikanischen Künstlerin Liz Larner (*1960) sind vielschichtig: Ihre Form und Schwere erinnert an antike Schrifttafeln, der Farbenreichtum der Glasuren verleiht ihnen die Wirkung eines Gemäldes, während die vielfach eingerissenen und gebrochenen Oberflächen vom Prozess ihrer Herstellung erzählen. Brüche sind als Thema auch aus den Titeln der Werke abzulesen: caesura als ein Innehalten zwischen zwei Hälften, subduction angelehnt an das Übereinanderschieben zweier Erdschichten in der Plattentektonik, calefaction als Erhitzung von beigefügten Mineralien, die im Ton kristallisieren oder sich auflösen, porcelain melt als erneute Strapazierung des bereits gestalteten Materials. Über den Brüchen jedoch liegen die tief schimmernden Oberflächen von Larners genau nuancierten Farbglasuren.

 

Das Buch zeigt dieses Werk im Rahmen einer Ausstellung 2016 in der Galerie Max Hetzler in Berlin. Zwei Stränge fügen sich zusammen: die persönliche Entwicklung Larners, deren konzeptuelles Interesse sie um die Jahrtausendwende zur Keramik führt, und die Rolle, die das Material durch Künstler wie Picasso, Fontana, Asger Jorn und Peter Voulkos in der Geschichte der Moderne spielt. „„Wie bei den besten Werken von Fontana und Jorn“, schreibt Peter Pakesch in seinem Text, „wird die Keramik zu einer besonderen Verbindung von Malerei und Skulptur mit den Qualitäten beider Welten. Aus der konzeptionellen Analyse kommend, hat Larner stets für den Blick auf das Material und seine Eigenschaften plädiert. Nun mag sie dort angekommen sein, wo sie jenseits der Widersprüche, die sonst in ihrem Werk immer eine besondere Bedeutung hatten, eine Selbstverständlichkeit erreicht, aus der ein virtuoses Spiel von Form, Material und Farbe entsteht. Mit welchem anderen Material wäre das sonst möglich gewesen?“


DAS MATERIAL, DIE MALEREI IN DER SKULPTUR
(Auszug aus dem Essay von Peter Pakesch)


Das besondere Verhältnis zwischen der Kunst und der Keramik als Material geht zurück bis in die Vorgeschichte. In vielen frühen Schöpfungserzählungen spielt Lehm eine bedeutende Rolle. Und neben bearbeiteten Steinen und Zeichen an Höhlenwänden sind Objekte aus gebranntem Ton unter den frühesten Zeugnissen menschlichen Schaffens: die ersten Keramiken. Die ältesten von ihnen, soweit wir sie kennen, sind Figuren, dann erst folgen Gefäße. Die Bearbeitung der Materialien und die dazu notwendigen Fähigkeiten – die τέχνη (téchne), um einen Begriff zu verwenden, mit dem schon die Philosophen des alten Griechenland ihr Verständnis von Kunst, Wissenschaft und Technik umschrieben – war in diesen Zeiten umfassend, Nutzen und Erkenntnis verbindend, ästhetisch wie praktisch zu verstehen. Pandora, aus Lehm geschaffen, als Krug oder als Figur einer Frau, bringt dann die Errungenschaften, die Segnungen aber auch den Fluch all dieses Wissens in unsere Welt. Eine Ahnung der Ambivalenz, die die Künste fortwährend begleiten sollte, und die uns davor bewahrte, zu sehr dem schönen Schein zu verfallen, um eben auch die Abgründe zu sehen.

 

Wenn wir in die Ausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Liz Larner bei Max Hetzler in Berlin kommen, sehen wir farbige, eher amorphe Objekte an der Wand und im Raum. Bei näherer Betrachtung erkennen wir, dass sie aus Ton geformt sind: Keramiken, zum Teil glasiert, zum Teil mit einer farbigen Kunststoffschicht und Ölfarben überzogen. Es sind Kunstwerke, die zugleich in einer eigenartigen Perfektion strahlen und die Spuren ihrer Entstehung nicht verbergen. Diese enigmatischen Körper begegnen uns äußerst verführerisch. Was sie uns bedeuten können, ist auf den ersten Blick nicht klar. Ihre Anziehung ist jedoch stark. Also müssen wir tiefer graben, wenn wir solchen Werken heute begegnen. Da geht es um Bedeutungen des Materials im Allgemeinen und der Keramik im Besonderen, wie um
Fragen nach Malerei und Skulptur in einem komplexen Widerspiel, aber auch um die Möglichkeit, fundamental über künstlerisches Schaffen nachzudenken, dieses in einer ästhetischen Auseinandersetzung zur Disposition zu stellen …

 

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In Zusammenarbeit mit Galerie Max Hetzler, Berlin | Paris