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Bridget Riley: Die Streifenbilder 1961–2012
Mit Texten von John Elderfield, Paul Moorhouse und einer ausführlichen Biografie von Robert Kudielka


Hardcover
24 x 30 cm
86 Seiten
28 Farb- und 3 Sw-Abbildungen
Text in Englisch und Deutsch
ISBN 978-3-935567-65-7
35,00 Euro


 

Bridget Riley verwendete in ihrer langen Karriere viele verschiedene Mittel zur Bildgestaltung; in allen Schaffenphasen jedoch ist sie auf das Element der Streifen zurückgekommen. Diese Publikation dokumentiert aus Anlass einer Themenausstellung in der Galerie Max Hetzler anhand von Schlüsselwerken und zugehörigen Studien, wie Riley immer wieder diese scheinbar einfache Idee aufgreift und dabei zu überraschenden und komplexen Ergebnissen findet. Im Zentrum des Buchs steht eine Serie von neuen horizontalen Streifenbildern, die Rileys Fähigkeit beweist, das gesamte Sichtfeld farbig zu beleben.

 

DIE STREIFENBILDER 1961–2013
(Auszug aus dem Essay von Paul Moorhouse)


... Von 1980 bis 1985 beherrscht das Streifenformat Rileys Denkweise. Dieses für ihre formale Arbeit zentrale Thema wird dann durch andere Fragen verdrängt. Erst im Jahr 2009, also fast 25 Jahre später, kommt es wieder zum Vorschein. Die aktuellen Arbeiten dieser Ausstellung sind Ergebnisse ihrer erneuten Beschäftigung mit diesem Motiv. An Rose Rose 5 (2009) werden bestimmte Weiterentwicklungen sofort deutlich. Eine neue, warme und helle Palette ist nicht zu übersehen. Die gleichmäßig breiten, vertikalen Streifen legen den formalen Aufbau fest. Doch wie das Bild Lux (2011) später verdeutlicht, ist diese Struktur alles andere als starr. Farbe, Licht, Räumlichkeit, Tiefenwirkung und Bündelung sind die Bausteine, die als schwer fassbare Bestandteile den Eindruck eines überraschenden, wunderbar transparenten, fließenden Gewebes vermitteln. Wenn die farbliche Modulation früher ihr visuelles Prinzip im Unterbau unterstützte, ist sie nun auf der Hauptbühne und löst die Bildfläche auf. Man kann sagen, dass Rileys frühere Interessen – an harten Kontrasten, am Zusammenwirken von Farben, an der Tonalität, der Bewegung und dem Wechselspiel von Hell und Dunkel – alle in einer überraschenden Synthese zusammengebracht werden.


Rose Red (2012) steht am Anfang der nun folgenden neuen Phase. Bei Rose Red und anderen nach 2012 angefertigten Bildern dient ihr der Streifen dazu, um das Format feierlich in die Horizontale zu kippen. Hatten frühere Werke die Nähe zur Landschaft noch gemieden, lassen diese sie zu. Abgesehen davon erinnert die sinnliche Wärme von Rileys Palette mit Rosenrot, Violett, Hellorange, Gelb und Magentarot eher an die menschliche Existenz als an Örtlichkeiten. Diese Farben haben mit Rileys seit Langem gehegter Bewunderung für Renoir zu tun. Ihre Farbauswahl kann auch mit ihren Überlegungen für die Wandgestaltung des Flurs im St. Mary’s Hospital in Paddington (London, 2012) in Zusammenhang gebracht werden. In den Vorstudien wählte Riley wohlüberlegt aufheiternde, am menschlichen Körper orientierte Farbtöne. Trotzdem führt der raumgreifende Maßstab der neuen Bilder in die Natur. Dieser Eindruck wird auch durch eine weitere, überraschende Wiederaufnahme früherer Themen erweckt. Der Bildaufbau berücksichtigt nun die rein bildnerischen Voraussetzungen für die Wahrnehmung, geht aber auch über deren Gebote hinaus. Die hervortretende und Lücken bildende Farbe akzentuiert die Bildfläche und erzeugt ein Licht und eine Unruhe, die das gesamte Sichtfeld in Bewegung versetzt. Infolgedessen entfaltet sich vor den Augen des Betrachters ein Schauspiel von ständig wechselnden, sich gegenseitig durchdringenden Farben.


Mit ihrer gemeinsamen Palette warmer Töne bilden diese neuen Streifenbilder vielschichtige Variationen eines einzigen chromatischen Themas. Bei Rose Red, Burnished Rose, Rose Gold, Rose Shadow, Rose Rise und Red Overture (alle 2012) sind die Farb- und Raumwirkung unterschiedlich gebündelt, indem Gewicht, Rhythmus und Verdichtung umherwandern, sich auflösen und wieder formieren. Diese flüchtigen Ordnungen neigen zu vielseitigen Bündelungen und Gruppierungen. Die Grüntöne fügen Betonungen und Nuancen hinzu, die bestimmte Bereiche hervorheben. Bestimmte Verbindungen spiegeln sich an anderer Stelle wieder, so dass das Gesamtensemble in Schwingung gerät. Die Dynamik ist ausgesprochen musikalisch und dennoch spricht ihre geschickte Akzentsetzung, zugleich fordernd und verwöhnend, offensichtlich das Auge an. Die „Freuden des Sehens“, ein Leitprinzip, das Rileys gesamtes Werk begleitet, sind hier so erstaunlich wie von ihr gewohnt. Instabilität und Unvorhersagbarkeit sind auf eine Weise verknüpft, dass uns plötzliche Verknüpfungen oder Eingriffe so unerwartet wie in der Natur begegnen. Bei Rose Gold beispielsweise bewegt sich die Farbrichtung vom oberen Bildrand zum unteren. Während das Auge über die in ähnlichen Pink- und Rottönen modulierten Abschnitte wandert, reagiert es auf die unregelmäßig wiederholten Einschübe von Blau und Grün. Nur wenige Künstler haben Farbe derart rhythmisiert, um mit visuellen Eindrücken intuitive Resonanzen zu erzeugen.


Während ihres gesamten Schaffens hat Riley sich an einen der letzten Einträge im Tagebuch von Delacroix gehalten, wo er feststellte: „Die erste Tugend eines Bildes ist es, ein Fest für das Auge zu sein.“ Ihre aktuellen Streifenbilder bestätigen diesen Grundsatz auf ebenso anregende wie einnehmende Weise aufs Neue. Diese ausladenden horizontalen Gestaltungen bilden nichts ab. Doch durch unsere Erinnerungen und Fantasie angereichert beleben sie Dinge, die wir gesehen und genossen haben wieder – weite Himmel, das Ausklingen des Tageslichts, ferne Horizonte und Morgendämmerungen. Die neusten Arbeiten zeigen keine dieser Erscheinungen, und doch erinnern sie – durch ihre Gestaltung und ihre Bildsprache – an die Welt um uns herum. Wie die Natur bietet Kunst einen Ort der Besinnung, der geheimnisvoll und lebensbejahend zu sein scheint.

 

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In Zusammenarbeit mit Galerie Max Hetzler, Berlin, und Ridinghouse, London